Modellprojekt Pädagogische Schulentwicklung

 

Seit dem Schuljahr 2003/2004 nimmt die Rückert-Oberschule, zusammen mit ca. 40 weiteren Schulen in Berlin, an dem zweiten Durchlauf dieses Modellprojektes teil, das vom Berliner Landesinstitut für Schule und Bildung (LISUM) durchgeführt wird.
 

Anstoß zu diesem Projekt gab neben den Ergebnissen der PISA-Studie die Feststellung, dass sich die Anforderungen an die Schlüsselqualifikationen der Schulabgänger in den letzten Jahren verschoben haben: neben der Fachkompetenz werden als gleich wichtig die Beherrschung von Methoden zu deren Aneignung,  persönliche Eigeninitiative und Engagement und Sozialkompetenz, die Fähigkeit zur Teamarbeit und Kommunikation, angesehen.
 

Diesen  Anforderungen soll durch Veränderungen in der Unterrichtspraxis der Schule Rechnung getragen werden: der Schwerpunkt wird auf das eigenverantwortliche Lernen und Arbeiten der Schüler gelegt, den selbständigen Umgang mit Lernmethoden und Inhalten, wodurch – neben bewährten Unterrichtsformen – neue Organisationsformen im Unterricht notwendig werden: Freiarbeit der Schüler nach selbst erstelltem oder vorgegebenen Plan, Arbeit an Stationen in individuellem Arbeitstempo, Gruppenarbeit und fächerübergreifende Projektarbeit. Auch die Lernarbeit im Unterricht bekommt zusätzliche Schwerpunkte: der Umgang mit Texten aller Art, das selbstständige Lösen von Problemen, das Erstellen von Lernprodukten und das freie Vortragen von Arbeitsergebnissen sollen stärker als bisher trainiert und gefördert werden.
 

Um diese Methoden im Unterricht zu verankern, nimmt etwa die Hälfte des Kollegiums der Rückert-Oberschule im Laufe von zwei Schuljahren an umfangreichen Fortbildungsmaßnahmen durch das LISUM teil, die leider auch z.T. kurzfristigen Unterrichtsausfall bedingen werden, für den wir um Verständnis bitten: an noch einmal 4 Wochenenden im November, dann wieder im März/April 2004.

Ziel der Fortbildungen ist es u.a., beginnend in den jetzigen 7. Klassen  ein Methodentraining in Form von Projekttagen durchzuführen, geplant für den 21.-23. Januar 2004. Hier sollen wichtige Wege zum eigenständigen Lernen eingeführt bzw. trainiert werden, wie z.B. Zeitplanung bei der Vorbereitung auf Klassenarbeiten, Umgang mit Texten, individuelle Lernstrategien, Veranschaulichung von Arbeitsergebnissen und die Arbeit im Team. Diese Projekttage werden von einem Klassenteam, bestehend aus Klassenlehrer und weiteren Fachkollegen, durchgeführt, das sich darüber hinaus regelmäßig zusammensetzt,  um über die Klasse zu beraten und den Einsatz von Organisationsformen miteinander abzustimmen sowie ggf. fächerübergreifendes Arbeiten zu organisieren.
 

Die beschriebenen Arbeitsweisen werden zwar zunächst in den 7. Klassen eingesetzt, finden aber auch Eingang in den täglichen Unterricht der anderen Klassen. Geplant sind für die Zukunft z.B. auch Projekttage für die 11.Klassen, die sich stärker mit Berufs- und Prüfungsvorbereitung beschäftigen werden. Ebenso sollen weitere Klassenteams gebildet werden.
 

Der Erfolg unsere Arbeit wird auf unterschiedlichen Wegen (Vergleichsarbeiten, Tests und  Fragebögen) im dritten Jahr überprüft werden, ebenfalls begleitet durch das LISUM.

 

Oktober 2003