Bericht zur Polenfahrt vom 15.03-20.03.2006
Als wir am Mittwoch gegen 19.30 Uhr in Posen ankamen, erwarteten uns schon unsere Austauschschüler am Hauptbahnhof. Wir, 12 Schüler aus der 10a und 10b, Frau Amelsberg und Herr Naumann, wussten nicht was auf uns zukommen würde.
Zwar hatten wir bei einigen Treffen in Deutschland schon einiges über Polen gelernt, trotzdem war dieses Land für die meisten von uns unbekanntes Terrain. Am Bahnhof wurden wir von unseren Gastfamilien herzlich begrüßt und fuhren anschließend in unsere jeweilige Wohnung.
Am nächsten Tag trafen wir uns um 8.00 Uhr an der Schule, um von dort aus mit dem Bus, den uns Firma NOVOL gesponsert hat, zu deren Fabrik zu fahren. Als wir dort um 9.00 Uhr eintrafen, begrüßten uns die Inhaber, von denen einer ein ehemaliger Rückertschüler ist. Danach ging es zur Besichtigung der Firma, die führend in der Produktion von Autolacken ist. Um 11.00 Uhr fuhren wir dann nach Gnesen weiter. Unterwegs besuchten wir das Freilichtmuseum in Dziekanowice, wo eine polnische Siedlung aus dem 18. Jahrhundert nach gebaut ist. In Gnesen angekommen, besichtigten wir anschließend den Dom, der einer der ältesten Polens ist. Gnesen war die erste Hauptstadt Polens und die ersten Könige wurden hier gekrönt.
Am Freitag besuchten wir das Karol Marcinkowski Lyzeum, die Schule unserer Austauschschüler. Es ist ein altes Kloster und sieht aus wie Hogwarts. Als erstes nahmen wir am Englisch- und Französischunterricht teil. Der Unterricht ähnelt sehr dem deutschen, nur der Französischunterricht mehr auf der Diskussion aktueller Themen aufgebaut ist. Die Schule hat auch einen bilingualen Zug, der komplett auf Französisch ist.
Bei dem anschließenden Stadtrundgang besichtigten wir den alten, im Krieg kaum zerstörten Stadtkern mit: Altmarkt, Rathaus und Stadtmauer. Um 12 Uhr kamen wir noch in den Genuss einen Ziegenkampf zu bewundern. Es handelt sich hierbei nicht um echte Ziegen, sondern um zwei „künstliche“ Tiere, die um 12 Uhr gegeneinander, auf dem Rathausdach kämpfen.
Das Wochenende konnte jede Familie frei gestallten. Am Samstag hatte man z.B. die Möglichkeit ein Theaterfestival in der Schule besuchen oder die Veranstaltung „der beste Lehrer“ besuchen, wo der beste Lehrer Posens gesucht wurde (Wäre vielleicht auch etwas für unsere Schule?)
Wir besuchten das Festival und gingen anschließend zum Konzert der berühmtesten polnischen Rockband, Myslovic. Sonntag Abend hieß es dann, den letzten Abend zusammen zu verbringen um am Montagmorgen Abschied zu nehmen.
Insgesamt kann man sagen, dass wir in Polen eine traumhafte, aber viel zu kurze Zeit verbracht haben, die manche als verlängertes Party-Wochenende und andere zum Kennen lernen der polnischen Kultur genutzt haben. Verständigt hat man sich mit einem Mix aus Englisch, Deutsch und Französisch. Wir alle waren erstaunt über die polnische Herzlichkeit und die Gastfreundschaft, die uns dort begegnet ist. Die Polen sind, wie man als Deutscher selbstkritisch eingestehen muss, uns in Punkto Freundlichkeit und Offenherzigkeit in Längen voraus. Wir alle freuen uns auch, wenn die Polen vom 14. bis 19.06. uns besuchen.
Florian Frey & Konrad Hanslovsky, Klasse 10a
