Paris 2006
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25.04. – 02.05.2006
6:45
Uhr. Lebhaftes Tummeln beim Check In von EasyJet am Flughafen Schönefeld. Es ist
der 25.04.2006 und Schüler aus den beiden Leistungskursen Französisch sind mit
Madame Hölscher und Madame Kraft auf dem Weg nach le grand Paris, bekannt als
eine der schönsten Städte Europas. Am Flughafen in Paris-Orly wurden wir von
Madame Ponneau, die Lehrerin unserer Partnerschule, die sich um den
deutsch-französischen Austausch kümmert, abgeholt und über Bus und Metro bis in
unser Hotel „Meliti“ gebracht. „Barbès“ nennt sich die Gegend um unsere
Herberge, wie wir später erfahren, ein multi- (oder eher mono- ?) kulturelles
Quartier mit regem Schwarzmarkthandel. Wir fühlten uns sofort wohl in unseren
sauberen Betten und angenehm riechenden Bädern; glücklicherweise verbrachten wir
nur die Nächte in dem ***Hotel, nach den ersten Tagen gewöhnten wir uns auch an
die „Spargelmilch“. Nichtsdestotrotz, gleich am ersten Abend erkannten wir den
entscheidenden Vorteil unserer Herberge: nur 10 Minuten à pied zum Sacre Cœur.
Es dämmerte und der Eiffelturm blitzte zur vollen Stunde den Pariser Nachthimmel
traumhaft schön. Es schien kein Ende der Stadt der Liebe sichtbar, der Blick
über die Dächer und zarten Lichter war atemberaubend romantisch.
In den
nächsten sechs Tagen liefen wir von Museum zu Sehenswürdigkeit, von
Impressionist zu Dichter, vom Crêpe zum Burger und übers Falafel wieder
zurück.Paris war vor allem entdecken, aufsaugen, auf sich wirken lassen.
Nachdem
wir am Anreisetag die Île de la Cité vom Place Saint-Michel zum besten
italienischen Eisladen auf der Île Saint-Louis überquert haben und auf Notre
Dame den ersten Blick über die Pariser Dächer wagten, brachen wir am ersten Tag
ins Louvre auf. Auf den Spuren der Geschichte analysierten wir Delacroix und
Gericault, lächelten der Mona Lisa zu, betrachteten Werke von Rubens und
Leonardo da Vinci und bestaunten die Gemächer Napoleons. Am Nachmittag bummelten
wir durchs Quartier Latin, an der Sorbonne und dem Panthéon vorbei. Abends
besuchten wir ein kleines Theater, « La Huchette », sehr bekannt für seine
Vorführungen von Ionesco´s Stücken. « La Leçon », ein kurzes Stück über Ungeduld
und Missverständnis, handelt von einer Schülerin und ihrem aufbrausenden Lehrer,
der sie letztendlich im Affekt ermordet, wie schon alle seine anderen
Schülerinnen zuvor. Typisch für das Théatre absurde (Absurdes Theater), geht es
um Kommunikationsschwierigkeiten, Angst vor der eigenen Existenz, Sinnlosigkeit
des Lebens und Einsamkeit; Themen die Ionesco hier mit Hilfe von Absurdität,
unzusammenhängenden Aussagen, ausdruckslosen Erläuterungen und Diskussionen und
letztendlich Verlächerlichung aufgreift.
Am
Donnerstag (27.04.) besuchten wir das Musée Marmottan Monet, um uns gesammelte
Werke Monets und seiner Zeitgenossen anzuschauen, und das Maison de Balzac
(ehemaliges Wohn- und Arbeitshaus Balzacs). Der Nachmittag und Abend stand zur
freien Verfügung, so nutzten viele die Gelegenheit den Sonnenuntergang auf der
Spitze des Eiffelturms zu genießen und Paris sich mit der Dämmerung erleuchten
zu sehen. Das tägliche Rendezvous um 22 Uhr im Hotel, konnten daher nicht alle
pünktlich einhalten. Am Freitag ging es zu Victor Hugos ehemaligem Appartement
mitten in der Stadt. Nachmittags erkundeten wir anhand einer Stadtrallye den
Stadtteil „Marais“ und abends schauten wir uns die französische Komödie „La
Doublure“ („Das Double“) im Kino an. Am nächsten Morgen wurden wir von drei
Referenten durch das Quartier von „Les Halles“ („Die Hallen“) geführt,
betrachteten und analysierten anschließend weitere impressionistische Werke im „Musée
d´Orsay“ und spazierten am Nachmittag von den Tuilerien über die Champs-Elysées
zum Arc de Triomphe und mit dem Bus weiter bis zu La Défense und zur Grande
Arche.
Am Sonntag trafen wir uns
mit Schülern unserer Partnerschule in Enghien (ein Ort nördlich von Paris), die
wir schon bei der Kursfahrt nach Dresden kennen gelernt hatten. Zusammen fuhren
wir zunächst nach Auvers sur Oise. Hier besuchten wir ein interaktives Museum
zur Bewegung des Impressionismus und schauten uns die Kirche des Örtchens an,
die durch das
Gemälde
« L´Église d´Auvers »
(„Die Kirche von Auvers“)
von van Gogh berühmt wurde. Unser zweites Ziel des Tagesausfluges war der Ort
Giverny, lange Zeit Wohnort Monets. Hier besichtigten wir sein Haus und seinen
Garten, eine wahre Touristenattraktion. Die Kombination und Architektur aus
Wasser und Blüten zeichnen die Einzigartigkeit des Gartens aus. Wir standen
mitten in Monets Bildern.
Am
letzten Tag fuhren wir zum Cimetière du Père-Lachaise (Friedhof des Père
Lachaise). Berühmtheiten wie Édith Piaf, Balzac, Daladier, Delacroix und Molière
sind hier begraben.
Danach
nahmen wir die Metro Richtung Norden, um auf dem berühmtesten Flohmarkt Paris´
nach Kleinigkeiten und Mitbringseln zu stöbern. Anschließend schlenderten einige
von uns noch unter ortskundiger Führung von Madame Ponneau durch das
wunderschöne Künstlerviertel Montmartre. In einer Pizzeria am Hang des
Montmartre trafen wir uns abends alle zum letzten gemeinsamen Schmaus. Um 4 Uhr
nachts klingelte der Wecker. Frühstück bekamen wir auch noch, das war sehr nett;
dann ging es ab zum Flughafen, zurück nach Berläng.
Der so genannte heiß geliebte „Reader“ begleitete, erklärte und führte uns mit Textauszügen, Liedern, Sachtexten, Stadtplänen und Arbeitsaufträgen durch Paris. Um der Fahrt eine besondere Note zu verleihen und den Daheimgebliebenen ein Bild zu machen und den Fahrern eine Erinnerung zu sein, befasste sich jeder noch einmal literarisch-kreativ mit seinem ganz persönlichen Eindruck der Metropole, dieser enorm großen Stadt, reich an Kulturen, Ecken und Winkeln, Atmosphäre, Widerspruch, Lärm, Dreck, Geschichte, Romantik und Liebe. Mit Fotos und Zeichnungen ausgestaltet werden die Werke bald im CDI zu bewundern sein.
Sarah Ciaglia, 2.Sem.