Klasse 8a - Besuch der Sehitlik Moschee
„Und zieht
euch saubere Socken an.“ Diese Worte von Frau Amelsberg fielen mir noch ein, als
wir, Klasse 8a, uns am Mittwochmorgen, nach der 1. Stunde, auf den Weg zur
Sehitlik Moschee am Columbiadamm machten. Da wir im Ethikunterricht das Thema
Islam durchgenommen hatten, einigten wir uns auf die Moscheeexkursion am
16.4.08.
Frau
Amelsberg, Herr Schloemann, Frau Rathmann und 31 Schüler nahmen an der Exkursion
teil. Ich, Esma Tanis, war als einziges, muslimisches Mädchen auch dabei.
Anfangs kam es mir zwar komisch vor mit meiner Klasse eine Moschee zu
besichtigen, doch mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und ich fühlte mich
wohler. Meine Klassenkameraden schauten mich wegen meines Kopftuchs zwar
erstaunt an, aber gaben glücklicherweise keine blöden Kommentare ab, ganz im
Gegenteil, sie fanden es gut, dass ich zu meiner Religion und zu meinem Kopftuch
stand.
Als wir den
Hof der Moschee betraten lag ein türkisch-muslimischer Friedhof vor uns. Im
Vorbeigehen schauten wir ihn uns an und warteten anschließend auf den Führer der
Moschee. Nach einiger Zeit traf dieser ein und stellte sich vor uns. Sein erster
Satz lautete folgendermaßen: „Hallo ich heiße Andi, ihr könnt mich duzen.“
Er erzählte
uns, dass er ein deutscher Muslim ist und fing an die Außenarchitektur der
Moschee zu beschreiben. Wir erfuhren, dass wir uns auf türkischem Boden befanden
und noch einiges über die Geschichte des Friedhofes.
Anschließend liefen wir die Treppe hoch und betraten die Moschee. Anders als in der Kirche, zogen wir unsere Schuhe aus, weshalb wir uns saubere Socken anziehen sollten. Dann setzten wir uns in einem Kreis auf den Boden.
Die Führung war in 3 Teile gegliedert:
1) Außen- und Innenarchitektur (Innenausstattung)
2) Der Islam
3) Fragen
Zur Innenarchitektur sollten wir Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede zu anderen
Gotteshäusern finden, was wir gut gemeistert haben. Wir stellten fest, dass es
viel mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt.
Anschließend
zeigte Andi uns mit welchen „Möbelstücken“ die Moschee ausgestattet ist und wozu
diese dienen. Ab und zu stellte er uns auch ein paar Knobelaufgaben.Da es uns im
oberen Teil der Moschee zu kalt wurde, liefen wir eine schmale Treppe hinunter,
die uns zu einem anderen Gebetssaal führte. Dort war uns beim Sitzen nicht mehr
so kalt, da sich unter uns eine Bodenheizung befand.
Somit
gelangten wir auch zum 2. Teil der Führung, nämlich zur Religion. Zu diesem
Thema hatten wir in der Schule schon viel gelernt, wie z.B. die 5 Säulen, die
diesmal jedoch viel genauer erläutert wurden. Schließlich zeigte er uns den
Koran, das Heilige Buch der Muslime.
Auf Anfrage einer Schülerin, ob er nicht etwas aus dem Koran vorlesen möchte, schlugen meine Klassenameraden mich vor. Zunächst wollte ich nicht, da ich mir sicher war, dass Andi besser lesen kann. Doch als sogar Frau Amelsberg mich darum bat, tat ich es einfach. Ich las eine Seite vor und alle anderen hörten mir zu. Nach mir hat Andi etwas vorgelesen.
Schließlich kamen wir zum letzten Teil. Andi bat uns Fragen rund um den Islam zu
stellen, die uns im Unterricht nicht beantwortet werden konnten. Es wurden
Fragen gestellt wie z.B., warum der Islam immer mit Ehrenmorden verbunden wird.
Glücklicherweise gab er uns eine gute, verständliche Antwort.
Um 12.00 Uhr endete unsere 2-stündige Führung und wir traten den Weg wieder
zurück zur Schule an. Der Mehrheit der Klasse hat die Führung sehr gut gefallen,
weil Andi uns die Religion auf eine andere Art vermitteln konnte, nicht wie in
den Museen.
Ich persönlich fand die Führung auch sehr schön, auch wenn mir vieles schon bekannt war.
Esma Tanis, 8a