Erfahrungsbericht: Teilnahme am Mehrsprachenwettbewerb
Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen bietet jährlich Tausenden von Schülern die Möglichkeit, ihre Fremdsprachenkenntnisse unter Beweis zu stellen. Neben vielen interessanten Angeboten gibt es auch den Mehrsprachenwettbewerb, an dem ich letztes Jahr zusammen mit 500 weiteren Schülern aus ganz Deutschland teilgenommen habe. Es ist ein Wettbewerb, den man in mindestens zwei frei gewählten Fremdsprachen bestreitet, und ich habe mich ganz einfallsreich für die Sprachen Englisch und Französisch entschieden.
Neben vielen Preisen lockte uns auch die Möglichkeit, eine im Rahmen des Wettbewerbs verfasste Hausarbeit als BLL einreichen zu können.
In der ersten Runde sollten wir uns zu vorgegebenen Bildern eine kurze Geschichte ausdenken und diese dann auf Kassette sprechen. Die nächste Runde bestand aus einer mehrstündigen schriftlichen Prüfung in beiden Sprachen, vergleichbar mit einer Schulklausur. Für die dritte Runde – eine Hausarbeit – wurden uns mehrere Themen zur Auswahl gegeben, darunter zwei allgemeine Themen und vier sprachspezifische Themen. Ich habe mich dafür entschieden, eine Kurzgeschichte zu schreiben, in die ich zehn zusammenhangslose Wörter wie „haggis“ (schottisches Gericht aus Schafseingeweiden), „arthritis“ und „hydrocarbon“ einbinden musste.
Im Oktober wurde mir dann Bescheid gegeben, dass ich es in die vierte und letzte Runde geschafft hatte. Neben 34 anderen Teilnehmern wurde ich für ein langes Wochenende nach Bonn eingeladen.
Die letzte Prüfung bestand dort aus einem Gruppengespräch und zwei Einzelgesprächen.
Im Gruppengespräch mussten sich immer jeweils vier Teilnehmer mit einem Thema auseinandersetzen, und darüber vor 10 Jurymitgliedern diskutieren. Das Besondere war, dass nicht alle Teilnehmer die gleichen Sprachen gewählt hatten. So musste beispielsweise ein Mädchen, das auf Japanisch argumentierte, den drei Anderen, die natürlich kein Wort verstanden, das Ganze noch einmal auf Englisch übersetzen.
Nach dem Rundengespräch folgten zwei Einzelgespräche, in denen ich mit jeweils zwei Juroren der jeweiligen Fremdsprache 20 Minuten lang über Gott und die Welt redete. Man konnte wirklich über das reden, was einen interessiert, da die Jury hauptsächlich die Sprachfertigkeit und nicht das Thema bewertet. So unterhielt ich mich mit der englischen Jury über den Einfluss der Medien auf das Schönheitsideal, und mit den französischen Juroren über Eric-Emmanuel Schmitts Bücher.
Weil die Prüfungen in 90 Minuten absolviert werden, bleibt einem noch reichlich Zeit, die Stadt und natürlich auch die anderen Teilnehmer näher kennen zu lernen. Auf engem Raum waren so viele verschiedene Menschen mit ganz unterschiedlichen Interessen versammelt: so wurde es wenigstens nie langweilig.
Am Montag wurden wir durch das Haus des Sponsors, der Deutschen Welle, geführt. Nach einer kurzen Führung durch Bonn war es dann endlich soweit: es ging zur Preisverleihung. Je nach erreichter Punktzahl kamen die Teilnehmer auf einen 1. – 4. Platz, wobei der vierte mit einem 250 € Büchergutschein belohnt wurde, der dritte mit 500 €, und der zweite mit 1000 €. Dieses Jahr schaffte es nur eine Teilnehmerin auf den ersten Platz, und wurde deshalb in die „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ aufgenommen. Ich schaffte es auf einen zweiten Platz mit Sonderpreis: 500 € und ein Praktikum bei der Deutschen Welle in Bonn und Brüssel.
Insgesamt kann ich sagen, dass es sich auf jeden Fall lohnt, am Mehrsprachenwettbewerb – oder auch an jedem anderen Wettbewerb – teilzunehmen. Es ist eine ganz neue Erfahrung, und verlieren kann man ja nun wirklich nichts.
Weitere Infos zu allen Wettbewerben gibt’s auf www.bundeswettbewerb-fremdsprachen.de, und wenn ihr sonst noch Fragen habt, dann könnt ihr sie mir auch gerne persönlich stellen.
Macht mit, es lohnt sich!
Mara Klein, 3. Sem.