Zahltag bei Rückert
Am Freitag, den 2. Juni fand die Preisverleihung
des Zahlwahlspiels auf dem Innenhof unserer Schule statt.
Zahlenspiel ?
Jeder Schüler sollte eine Zahl zwischen 0 und 100
wählen, Kommazahlen waren erlaubt. Um das Spiel gewinnen zu können, musste diese
Zahl möglichst dicht an der Zielzahl liegen.
Die Zielzahl entsprach zwei Dritteln des
Durchschnitts aller von den Schülern eingesandten Zahlen. Die Zielzahl wurde
später, nachdem alle Schüler ihre Zahlen abgegeben hatten, im Leistungskurs
Mathematik ausgerechnet.
Dass Spiel wurde im April in zwei Runden
durchgeführt, einmal während des Unterrichts, zum zweiten als „Hausaufgabe“.
Hierbei konnte sich jeder von Mitschülern, Eltern o.a. beraten lassen. Initiiert
wurde das Spiel von Christian Hicke, einem ehemaligen Schüler, der zur
Zeit an der Michigan State University, East Lansing, (MI, USA) im Department of
Physics and Astronomy promoviert, und Prof. Dmitry Ryvkin, Department of
Economics at Florida State University, Tallahassee (FL, USA). Dieses Spiel war
Teil einer Studie, die das Verhalten von Individuen in Entscheidungsprozessen
untersucht.
Christian Hicke hatte bereits 1996 als Schüler im Leistungskurs Mathematik das Spiel schon einmal durchgeführt.
Nun die Resultate:
1. Runde: 578 Teilnehmer, Mittelwert 32,58642, Zielzahl 21,72428
2. Runde: 345 Teilnehmer, Mittelwert 26,45751, Zielzahl 17,63834
Alle Teilnehmer des Spiels wurden gemäß ihres
Abstands zur Zielzahl in eine Rangfolge gebracht. Ränge 1 bis 40 mit den
geringsten Abständen zur Zielzahl erhielten Geldpreise.
Insgesamt wurden Preise im Wert von 1500 Euro
vergeben, 750 Euro in jeder Runde. Die Geldpreise werden von Prof. Ryvkin zur
Verfügung gestellt.
Was hat das Spiel mit Mathe zu tun ?
Es gibt im Leben viele Situationen, in denen
jeder Beteiligte versucht, schlauer zu sein als die Anderen, z.B. an der Börse,
bei Spielen, etc. Die Mathematik untersucht in der so genannten
Spieltheorie, was herauskommt, wenn alle versuchen schlauer zu sein als
die Anderen. Man sagt, dass die Spieltheorie eine Entscheidungstheorie ist, die
Situationen untersucht, in denen das Ergebnis nicht von einem „Entscheider“
allein bestimmt werden kann, sondern von mehreren zusammen.
Das Zahlwahlspiel ist ein wichtiges Instrument der
Spieltheorie, welches zur Untersuchung von ökonomischen Entscheidungsprozessen
dient, in denen der Erfolg eines Individuums davon abhängt, wie präzise es das
Verhalten anderer einschätzen kann. Beispiele sind der Börsenhandel, das
Bieterverhalten bei Auktionen oder die Spendenbereitschaft für gemeinnützige
oder karikative Zwecke.
Neugierig? Mehr Informationen z.B. unter www.spieltheorie.de.
M. Schimmelpfennig
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