Während einer Tagesexkursion nach Potsdam
besuchten SchülerInnen des Leistungskurses Erdkunde das GeoForschungsZentrum auf
dem Potsdamer Telegrafenberg, der seit über 100 Jahren renommierte
Forschungseinrichtungen der Geowissenschaften und der Astrophysik beherbergt.
Hier liegt z.B. mit dem 1862 errichteten Geodätischen Institut die Wiege der
wissenschaftlichen Geodäsie, hier wurde die Seismologie als geophysikalische
Disziplin zur Erkundung des Erdinnern mithilfe von Erdbeben entwickelt, und hier
wurde – im magnetischen Observatorium – mit einer systematischer Erforschung des
Erdmagnetfeldes und seiner Variation begonnen.
Heutiger Forschungsgegenstand ist das „System
Erde“ – der Planet auf dem wir leben, mit seiner Geschichte, seinen
Eigenschaften, den in seinem Innern und an der Oberfläche ablaufenden Prozessen
sowie den Wechselwirkungen zwischen den Teilsystemen Geo-, Hydro-, Atmo- und
Biosphäre. Dabei geht es um die Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen, die
Vorsorge vor Naturkatastrophen, die Auswirkungen der menschlichen Tätigkeit auf
natürliche Kreisläufe, auf Umwelt und Klima.
Zunächst erhielten die SchülerInnen einen auf das
Niveau der Sekundarstufe II abgestimmten Einführungsvortrag zu wichtigen
gegenwärtigen Forschungsschwerpunkten. Unter anderem wurden dabei Projekte zur
Plattentektonik (insbesondere Forschungen an Subduktionszonen) und zum
Erdmagnetismus, der GFZ-Satellit Champ, die durch präzise Schweremessungen aus
dem All ermittelte sogenannte „Potsdamer Kartoffel“ (Die Erde ist keine Kugel
und auch kein Ellipsoid, sondern ein Geoid.), ein Programm zur
Satelliten-Geodäsie in Tibet, ein Erdwärme-Projekt in Groß Schönebeck zur
Nutzung geothermischer Energie und die allseits bekannten Potsdamer Forschungen
zum Erdbebenrisiko und Frühwarnung (insbesondere Aufbau eines
Tsunami-Frühwarnsystems im und um den Indik) vorgestellt.
Anschließend wurden an einem Sandkastenmodell
kleine Experimente zur Simulation der Vorgänge an Subduktionszonen vorgenommen.
Am Nachmittag konnten die SchülerInnen den Klimagroßrechner des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung besichtigen und erhielten vor Ort Informationen zur Arbeitsweise der Wissenschaftler und Techniker. Den Abschluss bildete ein Rundgang über den Telegrafenberg. Im Mittelpunkt der damit verbundenen Erläuterungen standen die Wissenschaftsgeschichte der geowissenschaftlichen-, klimatologischen und astrophysikalischen Forschungen in Potsdam sowie ein Überblick über verschiedene Gesteinstypen.
Dr. Jörg Balke
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"Potsdamer Kartoffel" |