Bericht zur Exkursion des Geschichtskurses Klasse 10b/c (Frau Kraft) in die Gedenkstätte Hohenschönhausen (ehemaliges sowjetisches Speziallager und Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit): das STASI-Gefängnis
Im Rahmen der Unterrichtseinheit zur
deutsch-deutschen Geschichte besuchten wir am 21.04.2007 das ehemalige
STASI-Gefängnis Hohenschönhausen.
Nach ca.45-minütiger Fahrt mit der BVG kamen wir an der Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen an. Schon von Weitem war zu erkennen, dass es sich hier um ein ehemaliges Gefängnis handeln muss - hohe Mauern und der Stacheldraht befinden sich immer noch an ihrem Platz. Vor der Gedenkstätte erwartete uns bereits der Leiter für unsere Führung. Nach dem Betreten der Gedenkstätte stellte sich unser Leiter Herr Rüdenklau in einem der Seminarräume vor.
Er erzählte uns von seiner persönlichen Geschichte im STASI-Gefängnis (5 Tage Haft in den 80er Jahren wegen Widerstands gegen die sozialistische Führung) und den verschiedenen Phasen des Gefängnisses: Anfangs wurde es von der sowjetischen Besatzungsmacht als Gefangenenlager und Untersuchungsgefängnis genutzt und ab 1953 bis 1989 von der Staatssicherheit ebenfalls als Untersuchungsgefängnis genutzt. Geschlossen wurde das Gefängnis 1990 nach der Wiedervereinigung.
Nach der Einführung wurden wir von Herrn Rüdenklau durch den Zellentrakt im Keller des Gebäudes geführt. Dort wurden unter unmenschlichen Bedingungen verdächtige Bürger gefangen gehalten und teilweise unter Folter zu Geständnissen gezwungen. Nach einem kurzen Probesitzen in einer 8-Mann-Zelle konnte jeder von uns ahnen, was die Menschen dort durchgemacht hatten.
Hiernach wurden wir von Herrn Rüdenklau durch einen weiteren Gefängnistrakt, welcher in den 50er Jahren von Zwangsarbeitern erbaut worden war, geführt. Die im Vergleich zum Kellertrakt gehobene Ausstattung der Zellen ist damit begründet, dass dies der Teil für prominente Gefangene war – d.h. für Gefangene, die für den Austausch mit der Bundesrepublik in Frage kamen. Die Insassen nannten diesen Teil des Gefängnisses daher auch „Hotel Hilton“.
Im Anschluss an unsere Führung diskutierten wir über den Film „Das Leben der anderen“. Hierbei wurde kritisiert, dass der Film zu kitschig sei und wohl nicht ganz der Realität entspreche. Dieser Meinung war auch Herr Rüdenklau, der die im Film dargestellte Zeit selbst miterlebt hatte.
Als Ergänzung zum Geschichtsunterricht war dies eine sehr gelungene Exkursion. Geschichte am Ort des Geschehens zu erleben war beeindruckend und hat uns noch einmal eindringlich vor Augen geführt, wie die Menschenrechte in der DDR missachtet wurden. Jedem DDR-Nostalgiker sei eine solche Führung empfohlen.
L.v.W.
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