„Darstellendes Spiel“ - Eine Mischung als Leidenschaft und Wahnsinn
WAS?! Ihr kennt noch nicht die Schüler, welche ohne vorherige Gewaltanwendung
einen Kurs gewählt haben, der sie dazu verpflichtet, am Donnerstag bis um 17 Uhr
in der Schule zu bleiben? Nein, ich rede jetzt nicht von irgendeinem Sportkurs
oder den Volleyball-Freaks von Herrn Letz.
Ihr meint, das wären dann wohl die Oberstreber oder Leute, die kein Zuhause
hätten? Weit gefehlt! Das sind lediglich Menschen, die gerne in die hohe Kunst
des Darstellenden Spiels eingeweiht werden wollen.
Genau 14 hoch motivierte Schüler nahmen zu Beginn des 1. Semesters die
Herausforderung dieses einjährigen Kurses an und ließen sich von Frau Amelsberg
in die Geheimnisse der Bühne einweihen.
Es versteht sich von selbst, dass die ersten Geh- und vor allem Sprechversuche
auf den Brettern, die die Welt bedeuten, wohl eher postmortale Schmerzen bei
Stanislawski hervorgerufen hätten. Jedoch, angetrieben vom Engagement und Frau
Amelsberg, ließen wir uns nicht entmutigen, so dass bereits nach kurzer Zeit ein
Entschluss gefasst wurde: Ein Stück muss her!
Da wir zwar noch wussten, wo wir herkamen, aber keine Idee hatten, wo unser Weg
(als Jungschauspieler .-)) hingeht, haben wir uns schließlich für ein
Jugenddrama „Frühlingserwachen von Frank Wedeking entschieden, welches sich
genau mit diesen philosophischen Fragen beschäftigt. In der Hoffnung, unser ganz
eigenes „Frühlingserwachen“ zu erfahren, stürzten wir uns in die Arbeit. Doch
mussten wir bald die Kehrseiten vom erhofften Glanz und Ruhm erfahren:
Seitenlanges Lernen vom Text, der Kampf mit dem Bühnenbild und vor allem
Probenwochenenden! (Dies ist der Moment, an dem der erfahrene Schauspieler
entweder ein geschocktes Piepen oder aber ein wissendes Stöhnen verlauten
lässt). Man muss einfach die Freude erlebt haben, welche uns erfasst hat, als
die ersten Szenen standen. Dass davor 6 Stunden Probe an einem Samstag gestellt
waren, sei hier nur am Rande erwähnt. .-)
Ihr meint, Euer Leben könnte im 1. und 2. Semester auch einfacher sein, indem
Ihr Kunst oder Musik wählt? Weniger aufwändig vielleicht, aber kommt doch
einfach am 19. und 21. Juni um 19 Uhr zu unseren Aufführungen von
„Frühlingserwachen“ und Euch wird dieses Gefühl auch befallen – eine Mischung
aus Leidenschaft und Wahnsinn!
Hier die 14 Tapferen, die ausgezogen sind, das Schauspielern zu erlernen:
Zara Salzmann, Layla Faßbender, Chris Schiller, Dorothee Lenel, Timon Klette,
Tiphaine Atzberger, Elisabeth Enache, Katharina Bujarowicz, Perrine Lutz,
Camille Bouchez, Maarit Stratenschulte, Nora Majeta Lange, Klara Ditschkowski
und Matthias Dilling.
Matthias Dilling