„Wir sind die Wunderkinder“ – Jugend in den 50er Jahren – Eine Collage
Zu den Aufführungen am 17. und 19. Juni 2008
Photos von der Aufführung vom
19. Juni (Peter Jähnig)
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Der diesjährige
Kurs hatte sich mit der Eigenproduktion zum Thema „Jugend in den 50er Jahren“
eine spannende Aufgabe gestellt, die innerhalb von nur zehn Monaten Arbeitszeit
bewältigt werden sollte. Ein Projekt, das nur gelingen konnte, weil alle
Teilnehmer des Kurses von Anfang an konzentriert, gemeinsam und mit viel
persönlichem Engagement und Ideenreichtum an die Arbeit gingen, aber auch bereit
waren, an ihren Ergebnissen inhaltlich zu feilen und ihren Blick für Regie und
Dramaturgie zu schärfen. Zudem machte die Entwicklung an der persönlichen
Darstellung, sei es die Bühnenpräsenz, die stimmliche Exaktheit oder das Fühlen
und Halten der Rolle stetige Fortschritte, so dass am Ende ein beachtliches
Ergebnis vorlag. Wichtig in diesem Prozess der gemeinsamen Arbeit war sicherlich
auch unser Probenwochenende am Wannsee im April, das uns zeigte, dass wir auf
dem richtigen Weg sind, und uns für die Schlussphase noch einmal sehr
motivierte.
Als der Vorhang sich zur Premiere am 17. Juni dann endlich öffnete, hatten die
Zuschauer die Gelegenheit, für gut eine Stunde in die 50er Jahre abzutauchen –
in Spießigkeit, Enge und Verdrängen einerseits, aber auch in beschwingte Röcke,
positive Aufbruchstimmung und die Sehnsucht nach einer anderen Welt.
So gab es eine bunte Mischung aus Szenen, die nachdenklich machten – wie das
Gespräch um das Verschweigen der Vergangenheit des Vaters –, Sequenzen, die
Gänsehaut erzeugten – wie die Inszenierung der Gedichte „Reklame“ oder
„Schweigen“ –, aber eben auch lustige, witzige Szenen wie die Tanzstunde oder
der Blick des Clowns auf die Gesellschaft. Auch die Bewegung kam nicht zu kurz:
Über Clownerie, Choreographie mit dem Besen, Walzer, Rock’n’Roll und sogar
Akrobatik war viel Schwung zu spüren, der sich auch auf das Publikum übertrug.
Ein ganz wichtiges Element unserer Produktion war natürlich die Musik. Schlager
wie „Winke winke“ oder „Steig in das Traumboot der Liebe“ ließen die ganz eigene
Atmosphäre der Zeit greifbar werden und den einen oder anderen im Publikum
innerlich mitsummen. Als Kontrast sorgten die Rock’n’Roll-Titel samt
Tanzeinlagen dann für befreiende Stimmung. Höhepunkt war zweifellos der Schluss,
als einige Schüler selbst zu den Instrumenten griffen und „Long Tall Sally“
spielten und sangen.
Die Begeisterung und Freude, die wir fast durchgängig in der Zeit der
Erarbeitung gespürt hatten, machte sich auf der Bühne breit und ebenso ein sehr
hohes Maß an Konzentration und Geschlossenheit in der Darstellung.
Wie für alle Schauspieler, so auch für Darsteller im Schultheater ist ein lang anhaltender, begeisterter Applaus die schönste Rückmeldung und Belohnung. Die wichtigste Kritik für die Gruppe waren aber Rückmeldungen aus dem Publikum von Menschen, die die 50er noch selbst erlebt hatten und die einhellig der Ansicht waren, wir hätten die Atmosphäre der Zeit sehr nah und gut getroffen.
So können wir auf ein erlebnisreiches, schönes Jahr der gemeinsamen Arbeit
zurückblicken – danke an Euch alle!
Annkathrin
Amelsberg, im Juli 2008