Schülerinnen vom Rückert als Delegierte der Vereinten
Nationen
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Einmal als UN-Delegierter weltpolitische Themen diskutieren, das hört sich schon sehr spannend an, dachten wir uns, als wir uns für BERMUN 2 (Berliner Model United Nations) anmeldeten. Wir, dass sind Annabel Fürstenau, Anna Labian, Florence Hazrat und Katharina Dalheimer.
MUN bedeutet die Simulation des Forums der Vereinten Nationen (UN). Schüler oder Studenten schlüpfen in die Rolle von UN-Delegierten und stellen ihren Arbeitsalltag nach.
Vom 10.-11. März 2006 trafen sich Schülerinnen und Schüler aus Berlin, Brandenburg und Hannover in Berlin-Zehlendorf, um gemeinsam an BERMUN 2 teilzunehmen.
Ich hieß nicht mehr Katharina Dalheimer, sondern Mrs. Cyprus und Annabel Fürstenau wurde mit Mrs. Cape Verde angesprochen. Anna und Flori waren unsere Guests und standen uns mit Rat und Tat eifrig zur Seite.
Für zwei Tage waren wir Mitglieder der General Assembly und debattierten mit den Delegierten der 188 anderen anwesenden Länder über das Thema: The Digital Divide – Providing Technology to Developing Countries.
Amtsprache in diesen zwei Tagen war Englisch und wie es sich für Politiker gehört, hatten wir uns im Businesslook zu präsentieren.
Um für die Konferenz der General Assembly gut vorbereitet zu sein, beschäftigen wir uns schon vor Beginn mit dem Thema und unserem zu vertretenden Land. Wir informierten uns außerhalb der Schule über die technische Entwicklung/Unterentwicklung, die Bevölkerung, Kultur, Politik und die Geschichte unseres Landes, sowie über die Funktion, Arbeit und Regeln der UN, um über das zu debattierende Thema möglichst allwissend informiert zu sein.
Voraussetzung für die General Assembly war ein Position Paper, in dem wir in einem knappend Überblick die Position unseres Landes wiedergaben.
Der erste Tag (Freitag) begann mit einer Opening Ceremony im Bürgersaal des Zehlendorfer Rathaus, bei der sich Merrill Lynch, die Sponsorin, sowie Daniel Maly, ein Microsoft-Repräsentant aus Amerika vorstellten und ein paar Worte zum Thema sagten.
Anschließend teilten wir uns in unsere GA Regional Commissions auf (Africa, Asia, Europe and Others, Latin America und Security Council) und fingen an, das Thema in der John F. Kennedy Schule zu debattieren.
Ziel war es, erst in den einzelnen Commisions zu einer Draft Resolution zu gelangen, diese dann bei der GA vorzustellen und sich anschließend mit der gesamten GA auf eine Resolution zu einigen. Das war gar nicht so einfach, denn jedes Land wollte seine Vorstellungen verwirklichen und man musste bereit sein, Kompromisse einzugehen. Eine schwierige Aufgabe, die manche Politiker jeden Tag zu bewältigen haben. Die Debatten in den Commissions waren höchst interessant, aber auch sehr nervenaufreibend. Zum Beispiel verstand nicht jedes Industrieland die Nöte und Sorgen der Entwicklungsländer. The Moderated Caucus (informal debate) war eine Situation, in der wir 45-90 Sekunden Zeit hatten, unseren Standpunkt vor allen Anwesenden zu erläutern. Im Unmoderated Caucus debattierten wir bis zu 45 Minuten mit den Delegierten face to face.
Am Ende des ersten Tages (wir begannen um 8 Uhr und debattierten bis 18 Uhr), hatte sich jede Commission auf mindestens eine Draft Resolution geeinigt.
Am zweiten Tag (Samstag) begannen wir um 9 Uhr im Bürgersaal und verließen diesen erst wieder um 18 Uhr, als sich endlich alle 190 Länder auf eine Resolution geeinigt hatten. Der Weg dahin war lang, aber erfolgreich.
Eigentlich hätte BERMUN 2 damit zu Ende sein können, lang genug war es ja, doch um dieses einmalige Erlebnis würdigend zu beenden, feierten wir noch bis tief in die Nacht im Pearl (Disco) und und kamen endlich dazu, uns gegenseitig besser kennen zu lernen und Personen nicht nur nach Ländern zu benennen, sondern mit Namen anzusprechen.
Ich habe nicht nur persönlich gespürt, wie ein echter Delegierter sich fühlt, wenn er von anderen Delegierten auf Grund der Position seines Landes angegriffen wird, ich habe auch gespürt, wie man sich fühlt, wenn man 9 Stunden lang über ein und dasselbe Thema debattiert.
Dass nicht nur ich so begeistert von MUN bin, sondern auch andere, sieht man daran, wie erfolgreich MUN weltweit ist. Viele Schülerinnen und Schüler, die ich kennen gelernt habe, nahmen schon zum wiederholten Mal an einer MUN - Konferenz teil.
Selbst Achtklässler mit Aktenkoffer, die keine Hemmungen hatten, vor 200 Anwesenden in englischer Sprache über eine Resolution zu debattieren, waren keine Seltenheit. Sie vertraten ihr Land mit einer Überzeugung und Selbstsicherheit, die uns Viertsemester vom Rückert-Gymnasium schon beeindruckt haben.
BERMUN 2 war ein unvergessliches Erlebnis für mich. Es war sehr interessant, da ich viel über die Bedürfnisse und Vorstellungen anderer Länder gelernt habe. Außerdem habe ich hautnah erlebt, wie die Vereinten Nationen funktionieren.
Ich würde jederzeit wieder daran teilnehmen und empfehle jedem, sich zu informieren, um vielleicht selbst in Zukunft als Delegierter ein Stück zur Völkerverständigung beizutragen.
Wer mehr über Model United Nations (MUN) oder die Vereinten Nationen (UN) erfahren möchte, erhält auf folgenden Internetseiten mehr Informationen.
http://de.wikipedia.org/wiki/MUN
http://de.wikipedia.org/wiki/UN
Katharina Dalheimer 4. Semester