Berlinale
Bei der Berlinale war ich
dieses Jahr zum zweiten Mal bei den „Jungen Journalisten“ dabei. Die „Jungen
Journalisten“ sind eine Gruppe von 30 Kindern, die auf der Berlinale im Programm
„Generation“ Kommentare zu den Filmen schreiben, Interviews mit Schauspielern
und Regisseuren führen und Hintergrundtexte zu den Themen der Filme verfassen.
Ich bin zu den „Jungen Journalisten“ durch einen Filmfragebogen gekommen. Die
Filmfragebögen kann man am Ende jedes Berlinale-Kinder- bzw. Jugendfilms
ausfüllen und sich damit für die „Kinder-Jury“ und die „Jungen Journalisten“
bewerben.
Berlinale „Generation“, ist ein Programm, das Filme für Kinder und Jugendliche
unter 18 Jahren zeigt. Das besondere an den Filmen auf der Berlinale ist, dass
zu den Vorführungen meistens die Schauspieler und Regisseure und die
Hauptdarsteller da sind und man ihnen hinterher Fragen zu dem Film stellen kann.
Statt Werbung gibt es einen wunderschönen „Berlinale- Vorspann“ und die Tickets
für einen Film kosten nur drei Euro. Außerdem kann man noch seine
Sprachkenntnisse anwenden: Die Filme laufen in den Originalsprachen, der
deutsche Text wird live dazu gesprochen.
Dieses Jahr liefen im Programm „Generation“ 35 Spielfilme und 28 Kurzfilme aus
aller Welt. Unter anderem gab es Filme aus China, Japan, Neuseeland, Russland,
Frankreich und Norwegen.
Mein Lieblingsfilm dieses Jahr war der Film „Echo des Regenbogens“ aus China.
Dieser Film erzählt auf eine wunderschöne Art von der Liebe zwischen einem
7-jährigen Jungen und seinem 16-jährigem Bruder, der im Verlauf des Films an
Leukämie stirbt. Nachdem auch der Vater und die Großmutter gestorben sind, nimmt
sich kleine Junge an seinem toten Bruder ein Vorbild: Er schafft es, auf die
gleiche Schule zu gehen, und trainiert Hürdenlauf. Am Ende wirft er die Dinge,
die er in den Monaten zuvor gestohlen hatte, in das „Meer des Leidens“, um
Abschied von den geliebten Menschen zu nehmen. Untermalt war dieser Film mit
einer schönen Filmmusik, die zu dem Film gepasst hat, ihn aber eigentlich nur
noch trauriger gemacht hat. Für all’ das hat der Film den Gläsernen Bären
erhalten.
Wir mussten den großen Bruder und den Regisseur beim Autogramme-Geben
interviewen. Dabei haben wir z. B. erfahren, dass der Schauspieler des großen
Bruders auf seinen eigenen Grabstein „Teufelskerl“ schreiben würde und dass der
Regisseur in dem Film seine eigene Lebensgeschichte dargestellt hat.
Toll fand ich es, auf wie viele unterschiedliche Schauspieler und Regisseure man
traf, weil man sie z.B. interviewt hat oder auch einfach nur ein Autogramm von
ihnen wollte. Die interessanteste Schauspielerin, mit der ich dieses Jahr
gesprochen habe, war Kenadie Jourdin-Bromley, ein siebenjähriges Mädchen aus
Kanada, das gerade mal 70 Zentimeter groß war und nur sieben Kilo wog. Im
Interview konnte sie nicht jede Frage beantworten, weil sie nicht richtig
sprechen konnte, dann hat ihre Mutter für sie geantwortet. Sie war gerade in die
erste Klasse gekommen und fand es beim Filmen vor allem toll, mit ihren
Filmfreunden in den Pausen zu spielen.
Aufregend war auch ein Interview auf Englisch oder Französisch zu führen und man
nicht wusste: Sind die Fragen auch grammatisch richtig? Und verstehen die mich
überhaupt?
Den schönsten Moment auf der Berlinale fand ich dieses Jahr die Preisverleihung
von Kplus, weil es eine ganz besondere Stimmung war, z.B. als Hannah Hilliard
einen gläsernen Bären für ihren Kurzfilm Franswa Sharl bekommen hat und sie dann
meinte, dass das der beste Moment ihres Lebens gewesen sei.
Für das nächste Jahr möchte ich mich wieder bewerben. Mal sehen, ob ich dann
meine persönliche Rekordzahl von 18 Filmen in 10 Tagen übertreffe.
Verena Caspari, Klasse 7a
