Einmal Berlin und zurück

oder

Das deutsch - irische Austauschprogramm des Rückert - Gymnasiums

Dienstag, 12. März 2002, Flughafen Schönefeld. Gespannt wartet eine Gruppe Rückert - Schüler des zweiten Semesters (Elena Kaschubat, Jonathan Lehmann, Josefine Boldt, Marie Mamat, Marie Steinert und Vivien Dornberger) gemeinsam mit Frau Kellermann auf die Ankunft der nordirischen Austauschschüler.

Die Gruppe, bestehend aus zwei Mädchen und vier Jungen, war die erste irische "Abgesandschaft" aus Londonderry (besser: Derry) in Nordirland, die eine Woche bei gleichaltrigen Gastschülern in Berlin verbringt. Dieses Jahr war der Austausch noch einseitig, d.h. wir Deutschen werden unsere Gastschüler in Irland nur privat besuchen können, ab dem nächsten Schuljahr soll das Programm für die 10. und 11. Klassen jedoch auf gegenseitiger Basis laufen.

Die irischen Schüler nahmen an einem informativen Tagesprogramm teil, dass von der irischen Lehrerin Mrs. Lübecke und Frau Kellermann zusammengestellt worden war. Auch Herr Kersten leistete hier seinen Beitrag. Schon für Mittwoch waren eine Stadtführung und ein gemeinsamer Besuch des Friedrichstadt Palastes geplant. Danach ging es noch - ohne Lehrer - zum gegenseitigen Kennenlernen in einen Irish Pub. Noch nie hatte ich mit Austauschschülern gleich am ersten Abend so viel Spaß! Und ich denke das gilt für die gesamte Gruppe.

Natürlich sollte dieser Pub-Besuch nicht der einzige bleiben. Aber trotz der vielen privaten Aktivitäten, die wir unternahmen (z.B. gemeinsames Shopping, Cafébesuche oder gegenseitige Besuche), sollte das Programm nie zu kurz kommen. Es fanden mehrere Gespräche zwischen den Iren und verschiedenen Englischkursen sowie ein Informationstreffen über den geplanten Austausch statt. In diesen Gesprächen wurde immer viel über das jeweilig andere Land gelernt und besonders über den Konflikt in Nordirland diskutiert. Im Verlauf der Woche folgten noch eine Exkursion nach Potsdam um das Schloss mitsamt Park und Teilen von der Stadt zu besichtigen, der Checkpoint Charlie wurde besucht und mehrere "walking tours" wurden unternommen um Berlin besser kennenzulernen. Der Höhepunkt des Programmes war jedoch der Besuch des Reichtages und der Kuppel. Von Herrn Kersten wurde sogar organisiert, dass wir einer Plenarsitzung beiwohnen durften. Nach einem Gespräch mit einem Politiker wurden wir sogar durch die sonst für Besucher geschlossene Abgeordnetenebene geführt.

Das Programm war sehr informativ, reichhaltig und doch abwechslungsreich - und anstrengend! Immer hatten wir etwas zu tun und haben etwas unternommen. Wir waren hier, dann da und im nächsten Moment noch ganz woanders. Eine Woche kann eben doch sehr kurz sein, besonders in einer Stadt wie Berlin. Allerdings weiß ich auch, dass eigentlich jeder von uns die Strapazen noch mal auf sich nehmen würde um diese Woche nochmal erleben zu dürfen. Meiner Meinung nach haben sich all diese Strapazen gelohnt. Ich habe viel gelernt und in "meiner" Irin eine wunderbare Freundin gefunden. Im Sommer werde ich wahrscheinlich privat nach Nord Irland reisen, vielleicht sogar mit anderen von uns "Rückert - Iren" zusammen, um all die wiederzusehen, mit denen ich eine so tolle Zeit in Berlin verbracht habe!


Josefine S. Boldt (2. Sem.)